| Allgemeines |
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Nachdem Damenschuhe spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend der Mode unterworfen waren, ergaben sich im Laufe der Zeit etliche Absatzausführungen, die neben anderen Merkmalen Rückschlüsse zulassen, in welchem Modezeitraum der Schuh produziert wurde.
Auch das Material der Absätze unterlag im Laufe der Jahrzehnte Änderungen. Während mindestens bis Anfang der 1920er-Jahre nahezu ausschließlich Absatzkörper aus Holz oder Schichtleder üblich waren, kamen mit der Entdeckung und industrieller Produktion der Kunstharze auch Absatzkörper aus Kunststoffen zum Einsatz. Spätestens ab den 1950er-Jahren kamen Holz- oder Lederschichtabsätze aus Kostengründen nur noch bei hochwertigsten Schuhen zum Einsatz.
Die Absatzkörper aus Holz oder Kunststoff wurden meist mit Leder verkleidet und als Folienabsatz bezeichnet. In den späten 1970er-Jahren wurde der Lederschichtabsatz modisch hochaktuell. Bei den mittelpreisigen Exemplaren wurde der Absatzkörper aus Kunststoff mit dünnen Lederstreifen beklebt, um die Optik des Lederschichtabsatzes zu erzeugen. Als um die Jahrtausendwende der 70er-Jahre-Look wieder hochaktuell wurde, ist diese Technik nur noch bei hochpreisigen Schuhen eingesetzt worden. Bei preisgünstigeren Schuhen dieses Modestils werden durch moderne Fotodruckverfahren die Kunststoffabsätze optisch entsprechend lackiert.
Sehr dünne Absätze bei hochwertigeren Schuhen haben zur Verstärkung bisweilen einen unsichtbar durchgehend eingearbeiteten Stahlstift, breite Absätze sind aus Gewichtsgründen meist aus Kunststoffen hohlgegossen.
Die Anfang der 1970er-Jahre aufkommenden Plateausohlen mit angegossenem Absatz bestanden meist aus Polyurethan, einem flüssigen Zweikomponenten-Kunststoff, der in Formen gegossen wird und dort gummiähnlich aushärtet. Dieses Material hat aber einen entscheidenden Nachteil: im Laufe der Zeit dünsten die Weichmacher aus diesem Kunststoff aus, was dazu führt, dass das Material versprödet und bricht. Dieser Zersetzungsprozeß läßt sich kaum aufhalten, so dass heute praktisch keine tragfähigen Schuhe der frühen 1970er-Jahre aus diesem Material mehr zu finden sind.
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| Louis-XIV.-Absatz |
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Diese Absatzform wird nach dem französischen 'Sonnenkönig', Louis dem XIV. (1638 - 1715) benannt. Damals waren hohe Absätze (dem Hochadel waren rote Absätze vorbehalten) nicht dem weiblichen Geschlecht zugeordnet, sondern galten als Ausdruck des gesellschaftlichen hohen Ranges und wurden von beiden Geschlechtern getragen.
Modisch kam diese Absatzform bis in die 1930er-Jahre, später dann wieder Ende der 1980er- bis Mitte der 1990er-Jahre in Mode.
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| Diabolo-Absatz |
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Die Bezeichnung dieser Absatzform ergibt sich aus der charakteristischen Form der Luftgewehr-Geschosse, die in der Mitte deutlich verjüngt ausgeführt sind.
Diese Absatzform war schon Ende des 19. Jahrhunderts aktuell und kam erst in den 1920er-Jahren langsam aus der Mode. Ihre modische Renaissance erlebte diese Absatzform in den späten 1950er-Jahren, wobei damals die Absätze hoch und sehr dünn ausgeführt wurden. Mitte der 1990er-Jahre wurde diese Absatzform noch einmal hochaktuell und wurde damals als 'Barock-Absatz' bezeichnet. In der Sommermode 2003 tauchte diese Absatzform letztmals wieder auf.
In seiner extremsten Form findet sich der 'Diabolo'-Absatz bei Damenschuhen der Gothic-Szene und wird dort meist als 'Hexen'-Absatz bezeichnet.
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| Trichter-Absatz |
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Diese Absatzform war typisch für die Schuhmode ab Mitte der 1980er-Jahre bis Anfang der 1990er-Jahre und erlebt in der Mode 2006 und 2007 ihre modische Renaissance.
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| Steilfront-Absatz |
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diese klassische Absatzform kam selten völlig aus der Mode und wird seit den 1920er-Jahren immer wieder mit leichten modischen Abwandlungen eingesetzt. In der Mode 2007 ist diese Absatzform wieder aktuell.
Besonders dünne und hohe Abwandlungen dieser Absatzart wurden in den 1950er- und 1960er-Jahren als 'Pfennig'-Absatz (der Absatzfleck hatte ungefähr den Durchmesser eines 1-Pfennig-Stückes) bezeichnet.
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| Spike-Absatz |
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Diese spezielle Abwandlung eines 'Trichter'-Absatzes war eine der bislang kurzlebigsten modischen Ausführungen eines Absatzes. Während das obere Drittel des Absatzes in der Regel aus Kunststoff gefertigt war, wurde in den Absatz ein Stahlabsatz (oft vermessingt) mit einer teilweise nur 5 mm messenden Aufstandfläche eingeschraubt. Bis auf wenige Ausnahmen hielten diese Absätze bislang nur in der Mode 1990 - 1991 in größerem Umfang Einzug in die Mode.
Trotz des interessanten Aussehens dieser Absätze gab es gute Gründe, dass diese Absätze sehr schnell wieder aus der Mode verschwanden: durch die kleine Aufstandfläche und das unnachgiebige Absatzmaterial verursachen solche Absätze auf vielen Bodenbelägen schwere Schäden. Auf glatten Bodenbelägen ist die Gefahr des Umknickens besonders hoch.
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| Queeny-Absatz |
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Auch diese Absatzform ist eine Abwandlung des 'Trichter'-Absatzes. Modern war dieser Absatz in der Mitte bis Ende der 1980er-Jahre (wurde auch nur damals als 'Queeny'-Absatz bezeichnet) und tauchte wieder in der Sommermode 2005 auf.
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| Block-Absatz |
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Diese Absatzform ist einer der modischen Dauerbrenner. In fast allen Epochen der Damenschuhmode ist diese Absatzform in unterschiedlicher Höhe zu finden.
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| Cuba-Absatz |
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Eine Mischform zwischen 'Steilfront'-Absatz und 'Block'-Absatz stellt der 'Cuba'-Absatz dar, der in unterschiedlicher Höhe an Stiefeletten und Stiefeln im Cowboy-Look verwendet wird. In der Damenmode tauchten diese Stiefel in Europa in den späten 1970er-Jahre auf und verschwanden dann erst wieder Mitte der 1990er-Jahre, feierten aber schon um die Jahrtausendwende wieder ein Come-Back.
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| Tower-Absatz |
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Diese Sonderform des Blockabsatzes hat verbreitert sich zu seiner Basis hin. Diese Absatzform war von Mitte bis Ende der 1990er-Jahre zunehmend in Mode. Diese Absatzform wird besonders mit der Techno- bzw. House-Musikszene in Verbindung gebracht.
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| Stegkeil-Absatz |
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Diese Absatzform findet sich in früheren Zeiten vor allem bei Pantoletten und Sandaletten. Bei Stiefeln fand er vor allem in den frühen 1980er-JahrenEingang in die Mode und wurde für Pumps und Stiefel in der Herbst/Winter-Saison 2005/2006 in größerem Umfang neu entdeckt.
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| Keil-Absatz |
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Der 'Keil'-Absatz wurde in vielen Epochen der Mode eingesetzt. Tauchte er früher meist bei Pantoletten, Sandaletten und Pumps auf, wurde er - wenn auch nur in kleinerem Umfang - in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren für Stiefel und Stiefeletten modisch verwendet. In der Mode 2005/2006 feierte diese Absatzform bei allen Schuhtypen ihr Come-Back.
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