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In unserer Zeitreise sollen auch Schuhe ihren Platz finden, die dem modischen
Zeitgeist aus unterschiedlichen Gründen nur beschränkt unterworfen sind.
| Designer-Mode Zu den
wichtigsten Besonderheiten der Schuhmode zählen zweifellos die
Designer-Modelle, die eine eigene Form künstlerischen Schaffens darstellen.
Wohl nur wenige Frauen würden solche Schuhe im harten Alltag tragen
wollen. Sie sind glamouröse Accessoires für einen großen Auftritt.
Designerschuhe können der Mode weit voraus sein oder integrierte,
stilisierte Gegenstände des täglichen Lebens thematisieren.
Der Absatz als stilisierte Waffe, als Bürostuhlbein oder als
technokratische Metallkonstruktion. Es gibt nichts, was es nicht gibt.
So manches Modell wird von einem Künstler speziell für eine Kundin, zu
einem besonderen Kleid, zu einem besonderen Anlaß gefertigt.
Solche Schuhe können aus Materialien bestehen, die normalerweise nicht
unbedingt für Schuhe Verwendung finden. Schuhe, die ähnlich einem
Plastik-Schuh für Puppen sind, Schuhe, deren Vorderblatt eine stilisierte
Auto-Front zeigen, schwindelerregend hohe Plateaus und Absätze, Impressionen
aus der Vergangenheit, Brehms Tierleben, Frucht- oder Blumenbouquets oder in
Stiefelschäfte integrierte Musik-Abspielgeräte und Handys. Wie schon gesagt:
es gibt nichts,
was es nicht gibt...
Die Preise können weit jenseits all dessen liegen, was die meisten
Menschen für ein Paar Schuhe auszugeben bereit wären.
Niemand sagt, daß ein solcher Schuh beim Tragen besondere Bequemlichkeit
bieten muß. Wer schön sein will, muß möglicherweise bereit sein, dafür zu
leiden... |
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| Fetisch-Mode
Damenschuhe haben seit langer Zeit die Phantasie der Männerwelt beflügelt.
Manchmal ist es einfach eine Frage des Zeitgeistes, der die optische
"Schmerzgrenze" definiert, die einen Alltagsschuh vom Fetisch-Objekt
unterscheidet.
Die in den 1930er-Jahren in Amerika aufkommenden, hochhackigen Slings
galten zu ihrer Zeit beispielsweise als frivol und unerhört, weil man beim
Gehen die Fußsohle der Frau sehen konnten. Schaftstiefel gehörten für Frauen
erst ab Mitte der 1960-Jahre zur normalen Alltagsmode. Vor dieser Zeit
galten sie - abgesehen von Reitstiefeln bei Reiterinnen - ebenfalls als eher
unschicklich oder anrüchig. Überkniestiefel sind bis heute nur innerhalb
enger Modezeiträume gesellschaftsfähig.
Warum vor allem Damenschuhe mit sehr hohen Absätzen zu einem
Fetisch-Objekt geworden sind, ist wissenschaftlich bis heute nicht wirklich
erklärt worden.
Exakt definieren kann man Fetisch-Schuhe nur schwer. Vielleicht sind sie
am ehesten damit zu charakterisieren, daß diese Schuhe aus zeitgeistigen
oder praktischen Gründen nur sehr eingeschränkt alltagstauglich sind.
So gab es schon in den 1930er-Jahren Schuhe mit 12 cm hohen Absätzen (der
braune "Mary-Jane's"). Der blaue Pumps aus Frankreich mit weißem Absatz aus
den 1940er-Jahren hatte einen 17 cm hohen Absatz. Die so genannten "Ballet-Shoes"
aus unseren Tagen sind in der Absatzhöhe nur noch durch die Fußlänge
limitiert. So genannte "Pony-Shoes" oder die den Berufsschuhen von
Kellnerinnen nachempfundenen Schuhe dürften für gewisse Rollenspiele dienen.
Die extremste Form des Überkniestiefels stellen die "Chap-Boots" dar,
deren Schaftabschlüsse mit einem Gürtel an der Hüfte gehalten werden. |
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"Hexen"-Schuhe
Eine in den letzten Jahren bekannt
gewordene Sub-Kultur verwendet als äußerliches Kennzeichen der Zugehörigkeit
der Trägerin ebenfalls besondere Schuhe.
Meist sind die Schuhe schwarz oder
zumindest dunkel, teilweise werden besondere Schnallen mit
Pentagramm-Motiven, Totenköpfen o.ä. verwendet. Oft haben die Schuhe ein
mehr oder weniger hohes Plateau und dazu den speziellen, sanduhrenförmigen
Absatz.
Bevorzugt sind die Trägerinnen schwarz
gekleidet und bleich geschminkt. Oftmals gehören auch Piercings zu diesem
speziellen Look.
Uns ist nicht bekannt, welche inneren
Überzeugungen und Neigungen im Zusammenhang mit diesem Look stehen. Im
Rahmen unserer Seite dürfte es aber einigermaßen entbehrlich sein, näher
darauf einzugehen.
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| "Go-Go-Stiefel"
Eigentlich sind diese Stiefel optisch gar nichts so besonderes. Meist sind
es klassische Schlupf- oder Schnürstiefel, wie sie ab der 1960er-Jahre immer
wieder in der Mode auftauchten.
Diese Stiefel werden nicht nur von karnevalistischen Prinzengarden
getragen, sondern oft auch von Cheer-Leader-Gruppen.
Das Besondere ist eher die Machart. Die Tanzdarbietungen solcher Gruppen
dürfen ohne Einschränkungen als eine Art Hochleistungs-Sport angesehen
werden.
Daher müssen auch diese zum sportlichen Tanzen geeigneten Stiefel
qualitativ und konstruktiv auf höchstem Niveau gefertigt werden, um die
extremen Belastungen auszuhalten.
Manche Stiefel, die nur in Hallen getragen werden, haben - wie übrigens
auch viele Tanzschuhe - Sohlen aus Wildleder, die auch mit Hilfe einer
besonderen Imprägnierung rutschhemmend ausgerüstet sind, aber den Nachteil
haben, sehr schnell zu verschleißen.
Ein Paar solcher Stiefel kostet daher leicht mehrere Hundert Euro. |
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| Tanz-Schuhe
Was für Go-go-Stiefel gilt, gilt natürlich ebenso für
Tanzschuhe. Tanzen ist Hochleistungs-Sport und die Belastungen, die auf die
Schuhe einwirken, erfordern selbstverständlich qualitativ hochwertige
Schuhe. Zudem ist ein gutes Fußbett notwendig, um den Fuß optimal
abzustützen.
Aus diesem Grund werden vorwiegend Riemenpumps oder
-sandaletten verwendet, damit der Fuß einen guten Halt hat.
Bei sehr guten Schuhen ist im Fußbett eine
Innensohle aus Gel oder Latex eingearbeitet, damit die Füße nicht vorzeitig
ermüden. Die Sohle besteht häufig aus speziell imprägniertem Wildleder um
ein Ausrutschen auf dem glatten Parkett zu vermeiden.
Flamenco-Pumps haben an der Kappe und dem Absatz
noch Nägel, um das für diesen Tanz charakteristische, rhythmische Klappern
zu erzeugen. |
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| Traditionelle japanische
Schuhe In Japan tragen beide Geschlechter die
traditionellen Zori, die in traditioneller Machart aus geflochtenem
Reisstroh hergestellt werden. Um diese Schuhe tragen zu können, werden dazu
die Tabi-Socken getragen, die zwischen Großzehe und zweiter Zehe eine
Abtrennung haben um den Zehensteg greifen zu können.
Auch die zur japanischen Tradition gehörenden
Geishas tragen diese Schuhe. Geishas in Ausbildung (Maiko) tragen die hohen,
aus Kork gefertigten Okobos, die innen hohl sind und ebenso wie Kinderschuhe
zwei Glöckchen enthalten, um den kindlichen Charakter einer Maiko zu
unterstreichen.
Weibliche Geishas gibt es seit etwa dem 17.
Jahrhundert. Die früher im Vergleich mit Europa deutlich weniger prüde
Tradition vereinte in der Geisha eine sehr gebildete und in traditionellen
Zeremonien und Etikette perfekt ausgebildete Gesellschafterin, darüber
hinaus in der Regel mehrere Instrumente sowie den Gesang beherrschte,
sondern war durchaus auch eine Sexualpartnerin. Letzteres zählt heute nicht
mehr zum - damals wie heute - in hohem Ansehen stehenden Beruf einer Geisha.
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| Gin-Lien- oder Lotus-Schuhe
(China) Besondere Schuhe waren für Frauen im alten China der
Kaiserzeit gebräuchlich. Es handelt sich um die so genannten Gin-Lien- oder
Lotus-Schuhe. Ungefähr 1100 n.Chr. (manche Quellen geben auch den Zeitraum
um 500 n.Chr. an) entstand der Brauch, Mädchen ab dem Alter von 4 Jahren die
Füße so zu binden, daß die vier kleinen Zehen auf der Fußsohle auflagen.
Erst als 1911 die Republik China entstand, wurde dieser furchtbare Brauch
verboten, der zur völligen Verkrüppelung der Füße führte und den Frauen bei
jedem Schritt Höllenqualen bereiten mußte. Der unsichere, trippelnde Gang,
der durch die Verkrüppelung und die Schmerzen provoziert wurde, galt über
die Jahrhunderte bei chinesischen Männern als besonders sexy. Selbst
erwachsene Frauen brachten es durch dieses Binden nur auf Fußlängen um 10
cm.
Mandschu-Frauen war das Binden der Füße übrigens verboten. Da
Mandschu-Frauen von Chinesinnen auf diese Weise leicht zu unterscheiden
waren, wurden die unerwünschten Mischehen vermieden. Mandschu-Frauen trugen
Stelzen-Schuhe (ganz ähnlich den im 17. Jahrhundert in Venezien populären
Chopinen), die ebenfalls nur einen trippelnden, unsicheren Gang zuließen. |
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| Trachten-Mode
Landsmannschaftliche, traditionelle Kleidung entzieht sich ebenfalls
weitgehend modischen Einflüssen. Zu diesen Trachten haben sich zwar in der
Regel keine speziellen, nur dort getragenen Schuh-Stile entwickelt (als die
Trachten entstanden sind, waren die meisten einfacheren
Bevölkerungsschichten schlicht zu arm, um sich teure, spezielle Schuhe
machen zu lassen).
Heute hat sich zur Trachtenmode eine spezielle Mode entwickelt, auch wenn
diese letztlich aus nicht viel mehr als Metall-Applikationen auf dem
Vorderblatt bestehen.
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