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Pflege gebrauchter Schuhe - Rauhleder

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Absatzprotektor zum Schutz Ihrer wertvollen Schuhe auf schlechten Wegen

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Nubuk- und Rauhleder haben eine schöne Oberflächenstruktur, aber auch einen grundsätzlichen Nachteil: ohne Pflege wird das Leder schnell speckig, es verschmutzt wesentlich leichter und ein guter Nässeschutz kann nur mit wirklich hochwertigen Imprägnierungsmitteln erreicht werden.

Auch bei Nubuk- und Rauhledern sind drei Arbeitsschritte notwendig, um Ihre Schuhe perfekt zu pflegen:

1) Reinigung
2) Pflege
3) Imprägnierung

Um Ihnen die Pflege von Nubuk- und Rauhledern zu demonstrieren, haben wir beim Flohmarkt für sage und schreibe € 1,-- ein paar Stiefel aus Nubukleder mit schönen Patchworkeinsätzen aus Glattleder, Rauhleder und textilem Material erstanden, die wohl die meisten Menschen als restlos verdorben direkt in die Mülltonne werfen würden, obwohl Material und Verarbeitung den Schluß zulassen, daß diese Stiefel einmal sehr teuer gewesen sind. Wir schätzen, daß diese Ende der 1980er-Jahren aus italienischer Fertigung stammende Designer-Stiefel mindestens DM 500,-- gekostet haben dürften.

Starke Verschmutzung

  Die Stiefel sind nicht nur eingestaubt, sondern zusätzlich mit (vermutlich) Dispersionsfarbe am Schaft stark verschmutzt. Das Nubukleder des Stiefels ist als Folge lang zurückliegender Pflege verhärtet und speckig.

Auch das Innenmaterial aus Glattleder ist durch Dispersionsfarbe stark verschmutzt, die Lederfolie der Absätze ruiniert.

Nun denn, schaun mer mal...


Grundreinigung

Am Anfang steht die Grundreinigung der Stiefel.

Für die groben Verschmutzungen kann man handelsübliche Schwämme und Schwammtücher verwenden, die leicht angefeuchtet werden.

Bitte achten Sie darauf, daß die Schuhe nicht völlig durchnäßt werden. Regelrechtes "Einweichen" der Schuhe - womöglich unter fließendem Wasser - sollten Sie unbedingt vermeiden.

Ein billiger Synthetik-Schuh hält das vielleicht aus. Einen hochwertigen Lederschuh werden Sie auf diese Art und Weise rettungslos ruinieren, zumal ungeschützte Nubuk- und Rauhleder besonders stark Feuchtigkeit aufnehmen.
 


Collonil Clean & Care

Um die Reinigung zu unterstützen, empfehlen wir Ihnen, eine walnußgroße Menge "Clean & Care" von Collonil auf das feuchte Schwammtuch zu geben und auf dem Stiefel zu verteilen. Bitte geben Sie das Reinigungsmittel niemals direkt aus der Pumpflasche auf den Schuh, da sonst insbesondere bei hellen Ledern eine unerwünschte Randbildung möglich ist. Zunächst sollten Sie an unauffälliger Stelle am Schuh prüfen, ob das Material farbecht ist.

Sodann tragen Sie mit dem Schwammtuch das Reinigungsmittel großflächig auf den Schuh auf. Bei Stiefeln bzw. starker Verschmutzung kann es erforderlich sein, die aufgebrachte Menge von "Clean & Care" zu erhöhen.

Clean & Care holt aus dem Leder sehr viel Schmutz und alte Schuhpflegemittel heraus.

Dieses Reinigungsmittel ist übrigens grundsätzlich für alle Materialarten geeignet und enthält neben den reinigenden auch pflegende Bestandteile.

Verwenden Sie zur Reinigung Ihrer Rauhlederschuhe bitte keine haushaltsüblichen Spülmittel, da diese das Leder übermäßig stark auslaugen und es bei längerer Einwirkungszeit brüchig machen können. Zudem besteht die Gefahr von unerwünschten Farbveränderungen oder Ausbleichungen.

Übrigens eignet sich "Clean & Care" auch hervorragend zur Behandlung von Teppichflecken, speckigen Stellen an Lederkleidung und natürlich auch zur Reinigung von Handtaschen.
 


Nach dieser Grundreinigung sollten Sie Schuhspanner in die Stiefel einlegen und auch den Schaft spannen, damit die Stiefel beim Trocknen nicht völlig aus der Form geraten.

Im Zuge einer Grundreinigung des Schuhes ist eine desinfizierende Behandlung der Innenausstattung des Schuhes durchaus sinnvoll. Hierzu eignet sich ein handelsübliches Haut- und Wunddesinfektionsmittel. Diese Mittel sind einerseits wirksam, andererseits aber schonend genug, daß Ihre wertvollen Schuhe bei verständiger Anwendung im Regelfall keinen Schaden durch das Mittel davontragen.

Scharfe Flächendesinfektionsmittel sind definitiv ungeeignet!

Falls Sie Allergiker sind, sollten Sie sich vorab von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen, welches Desinfektionsmittel für Sie in Frage kommt.

Einschränkend muß allerdings gesagt werden, daß eine vollständige Desinfektion (Keimfreimachung) eines normalen Straßenschuhes in der Praxis kaum durchführbar ist. Die üblichen Desinfektionsverfahren durch Druck, Hitze, spezielle Gase (z.B. Ozon) und Chemikalien, die eine absolute Keimfreimachung bewirken, würden jeden normalen Schuh völlig zerstören.

Geheimtipp: Hautdesikfektionsmittel

Durch das nachfolgend beschriebene Reinigungsverfahren mit einem Wund- und Hautdesinfektionsmittel können Sie aber die Menge der Keime zumindest deutlich reduzieren.

Für diese desinfizierende Behandlung reiben Sie die Stiefelinnenseite mit einem mit Desinfektionsmittel gut durchfeuchteten, frischen Lappen gründlich aus und legen anschließend einen frisch mit Desinfektionsmittel befeuchteten Lappen anschließend für ca. 5 Minuten in den Schuh. Selbst stark nach Schweiß riechende Schuhe können auf diese Art und Weise wieder weitgehend frei von unangenehmen Gerüchen gemacht werden.

Auch hier sollten Sie natürlich an unauffälliger Stelle prüfen, ob das Material farbecht ist.

Nach der Behandlung stopfen Sie den Stiefel mit zusammengeknülltem Zeitungspapier aus. Damit erhalten Sie einerseits dessen Form, andererseits wird die Restfeuchtigkeit im Stiefel gut aufgenommen.

Zum anschließenden Austrocknen sollten Sie Ihre Schuhe übrigens möglichst an einen zimmerwarmen, schattigen und gut gelüfteten Ort stellen. Das Trocknen der Schuhe direkt auf Heizkörpern oder in der prallen Sonne bekommt Ihren Schuhen nicht gut.
 


Farbflecken

Damit kommen nun die Farbflecken an die Reihe, die mit den vorherigen Reinigungsmaßnahmen natürlich nicht entfernt werden konnten.

Die Farbflecken können mit Bremsenreiniger, der in jedem Autoteilehandel zu bekommen ist, recht gut entfernt werden.

Im Gegensatz zu Spiritus oder Verdünner greift dieses Mittel in aller Regel das Leder nicht an (trotzdem vorher an unauffälliger Stelle probieren!).

Sprühen Sie den Bremsenreiniger direkt auf die Farbflecken und nehmen Sie die Farbe mit einem saugfähigen Tuch auf. Mit einer ausgedienten Zahnbürste können Sie dem Reinigungsprozeß zusätzlich etwas Nachdruck verleihen.

Wiederholen Sie diesen Vorgang ggf. so lange, bis die Farbe restlos aus dem Leder genommen ist.
 


Nachdem die Stiefel nun von Schmutz und Flecken befreit sind, ist die Reinigung abgeschlossen.

Collonil-"Nubuk + Velours

Nach der Reinigung müssen die Stiefel wieder mit nährenden Pflegemitteln behandelt werden, um das Leder wieder schön geschmeidig zu machen. Zudem wird durch das Pflegemittel die Farbe der Stiefel aufgefrischt.

Wir haben die Pflege mit Collonil-"Nubuk + Velours" durchgeführt. Im Vergleich zu billigen Supermarktprodukten zieht dieses Pflegemittel schnell in das Leder ein und hat eine hervorragende Deckkraft. Wenn - wie im vorlegenden Fall - das Leder durch die sehr lange vernachlässigte Pflege schon sehr verhärtet ist, kann man zur Steigerung der Pflegewirkung das Mittel in mehreren Durchgängen auftragen.
 


Aufbürsten

Im Anschluß an diese Behandlung bürstet man das Nubuk- oder Rauhleder mit einer speziellen Bürste auf.

Durch diese Behandlung stellt sich die für das Nubuk- bzw. Rauhleder typische, samtmatte Oberflächenstruktur wieder ein.
 


Imprägnierung

Nach der Pflege brauchen die Stiefel eine Imprägnierung, um sie gegen Witterungseinflüsse und Schmutz unempfindlich zu machen.

Dazu ist das Produkt "Nano Pro" von Collonil perfekt geeignet. Im Gegensatz zu gängigen Imprägnierungsmitteln wird das Leder nicht völlig undurchlässig gemacht, sondern bildet nur an der Oberseite eine Schutzschicht, die zwar das Eindringen von Nässe und Schmutz verhindert, andererseits aber die Atmungsaktivität des Leders nur gering beeinflußt.

Billige Imprägnierungsmittel bieten diese Atmungsaktivität vielfach nicht, was die Ansammlung von Feuchtigkeit im Schuh begünstigt und damit unangenehme Geruchsbildung und kalte Füße fördert.

Dazu wird "Nano Pro" in mindestens 3 Arbeitsdurchgängen auf die Stiefel aufgesprüht und anschließend das Nubuk nochmals kurz aufgebürstet.
 


Fertig!

  Nachdem die Lederfolie des Absatzes an einigen größeren Stellen bereits völlig abgeschabt ist, könnte man nun noch darüber nachdenken, die Absätze beim Schuster sanieren zu lassen. In Anbetracht der Schönheit der Stiefel wäre das sicher eine lohnende Investition.

So sieht nun das Ergebnis aus:

Ein fast neuwertig aussehender Stiefel steht nun neben dem noch nicht restaurierten Exemplar.

Hätten Sie gedacht, daß Sie mit etwas Know-how, etwa 30 Minuten Arbeit und ein paar wenigen, dafür sehr hochwertigen Schuhpflegemitteln solch ein überzeugendes Ergebnis erzielen können ?


  

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