Der italienische Schuhmacher Dr. Rampichini entwickelte um 1910 einen neuartigen Kleber auf der Basis von Kollodiumwolle, mit dem es möglich wurde, Leder mit Leder dauerhaft zu verkleben. Er nannte diesen Kleber 'Another Great Opportunity' - kurz: AGO - nach dem dieses Herstellungsverfahren benannt wurde.
Ab den 1920er-Jahren löste die AGO-Machart nach und nach die bisher üblichen - aber durch die Handarbeit arbeitsintensiven (und damit teuren) - genähten Schuhe ab.
Eine industrielle Massenfertigung von preisgünstigen Schuhen war nun möglich.
Nach dem Auftragen des Klebers auf Sohle und Brandsohle werden nach kurzer Ablüftzeit beide Teile mit Hilfe einer Presse bei hohem Druck fest miteinander verklebt.
Kennzeichnend für die AGO-Machart ist, daß die Sohlen kaum einen Überstand gegenüber dem Schaft haben müssen und dadurch besonders schmal und elegant wirken.
Bei ganz genauer Betrachtung der Verbindungsstelle zwischen Schuhschaft und Laufsohle können sich minimale Spuren des Klebers zeigen.
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Grobe Klebspuren, wie in der nebenstehenden Abbildung gezeigt, zeugen allerdings von handwerklich minderwertiger Schuhfertigung, die allenfalls bei sehr billigen 2.-Wahl-Schuhen akzeptabel ist. Einen so katastrophal verarbeiteten Schuh würden wir Ihnen keinesfalls verkaufen.
Ein Problem der AGO-Machart war in früherer Zeit, daß der Kleber glashart aushärtete und nach einiger Zeit zerbröckelte. Heute kommen allerdings zumindest bei den hochwertigeren Schuhen nur noch dauerelastische Klebstoffe zum Einsatz, so daß Ablösungen der Sohle vom Schaft bei qualitativ guten Schuhen nur noch bei massiver Überbeanspruchung vorkommen sollten.
Heute werden übrigens weltweit die meisten üblichen Straßenschuhe im AGO-Verfahren hergestellt. Nur noch hochwertigste Schuhe und Spezialschuhe werden auch heute noch mit anderen Verfahren hergestellt.
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