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Kleine Materialkunde: Die Europäische SchuhkennzeichnungSeit 1997 ist die Europäische Schuhkennzeichnungsrichtlinie in Deutschland in geltendes Recht umgesetzt worden.Nach dieser Richtlinie muss der Hersteller eines Schuhes, spätestens aber der Einzelhändler die für den Schuh verwendeten Materialien - getrennt nach - Obermaterial - Innenfutter - Sohlenmaterial am Schuh deklarieren. Dies kann durch entsprechende Aufkleber erfolgen oder aber durch Einprägung im Leder, meist an der Sohle oder am Innenfutter des Schuhs. Allerdings gilt diese Richtlinie nur für neue Schuhe. Gebrauchte Schuhe, die z.B. auf dem Flohmarkt oder im Internet von gewerblichen oder privaten Verkäufern veräußert werden, müssen keine Materialdeklaration aufweisen. Die Deklaratinossymbole
Für Sie als Verbraucher ist es ohne Materialdeklaration nicht in jedem Fall einfach, die für den Schuh verwendeten Materialien eindeutig zu identifizieren. Die Industrie schafft es mittlerweile, Lederimitate zu fertigen, die in ihrer Anmutung von Naturprodukten kaum mehr zu unterscheiden sind. Selbst der Geruch ist kein sicheres Erkennungsmerkmal mehr, da die Industrie durchaus in der Lage ist, mit Parfümstoffen den Geruch echten Leders zu imitieren. LederDas verwendete Material bestimmt überwiegend den Preis für einen Schuh. Leder wird in einem aufwendigen Verfahren gegerbt und gefärbt, damit es als Schuhleder verwendet werden kann. Daher ist gutes Schuhleder nicht billig. Zudem ist der Herstellungsprozeß für den Schuh relativ aufwendig, weil Leder aus kleinen Häuten besteht, die kaum dafür geeignet sind, das Ausschneiden der im Herstellungsprozeß benötigten Einzelteile maschinell durchzuführen, da die Häute praktisch nie gleich groß sind und durchaus auch einmal fehlerhafte Stellen (z.B. vernarbte Verletzungen durch Weidezäune) enthalten.Der für den Zuschnitt des Leders zuständige Spezialist muß diese Fehler erkennen und die Einzelteile für einen Schuh so aus der Haut schneiden, daß fehlerhafte Stellen ausgespart werden. Gerade dieser Verarbeitungsschritt ist sehr arbeitsintensiv und daher teuer. Qualitativ nicht sonderlich hochwertige Schuhe erkennen Sie z.B. daran, daß das Leder bei genauer Betrachtung deutliche Fehler aufweist. Meist wird solches Leder dunkel oder schwarz eingefärbt, weil Lederfehler bei hellen Schuhen viel mehr auffallen. Doch solche Lederfehler sind nicht einfach nur Schönheitsfehler, sondern können recht früh zu einem Lederbruch an diesen Stellen führen. Bei synthetischen Materialien ist dies anders. Diese Kunstleder werden - ähnlich wie Papier - auf großen Rollen bei den Schuhherstellern angeliefert und lassen sich daher analog zu Textilien sehr einfach maschinell zuschneiden. Die Kennzeichnung des verwendeten Materials
Weitere DeklarationenWeitergehende Deklarationspflichten gibt es in Bezug auf handelsübliche Straßenschuhe nach unserer Kenntnis derzeit nicht.Lediglich Schuhe für spezielle Einsatzzwecke können mit weitergehenden Deklarationen ausgestattet sein. Das betrifft z.B. Arbeitsschuhe, die hinsichtlich ihrer Resistenz gegen Chemikalien, Durchtrittsicherheit und Belastbarkeit der Schuhkappe oder spezielle rutschhemmende Eigenschaften der Sohle zusätzliche Kennzeichnungen bzw. Freigaben der Berufsgenossenschaft haben. Teilweise müssen sich auch auf speziellen Sportschuhen Freigaben der zuständigen Sportverbände befinden, da die Schuhe sonst nicht bei offiziellen Wettbewerben verwendet werden dürfen. ChemieFür Sie ist sicherlich interessanter, daß die Europäische Deklarationsrichtlinie keinerlei Aussagen darüber fordert, ob die zur Produktion der Schuhe verwendeten Materialien frei von möglicherweise gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen sind.Denn nicht nur die Sorte des Leders ist entscheidend, sondern auch die zur Gerbung und Färbung eingesetzten Chemikalien. Minderwertiges und hoch mit Schadstoffen belastetes Leder darf nach der Schuhkennzeichnungsrichtlinie unkommentiert als Leder deklariert werden. Leder und Schuhe können durch Gerb- und Färbemittel, die verwendeten Kleber oder chemische Behandlungen, die während des Transportes Schimmel oder Schädlingsbefall verhindern sollen, möglicherweise stark mit Schwermetallsalzen oder anderen Giften belastet sein, ohne daß Sie explizit darauf hingewiesen werden müssen. Oft handelt es sich dabei um Schuhe aus Übersee, die ohne solche "Chemie-Keulen" den langen Seetransport im Container kaum unbeschadet überstehen würden. Sehen können Sie die Belastung des Leders mit womöglich gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen nicht. Ihre Nase ist für diese Prüfung ein wesentlich besseres Sinnesorgan. Den feinen, unaufdringlichen Geruch hochwertig gegerbten Leders kennen Sie bestimmt. Und genau so hat ein guter Schuh zu riechen. Wenn Lederartikel oder Schuhe einen penetranten Gestank verströmen, dann können wir Ihnen nur empfehlen, von diesen Produkten Abstand zu nehmen. Ebenso kritisch sehen wir es, wenn Lederartikel seltsam geruchsneutral erscheinen. LedersohlenBei Ledersohlen gibt es ebenfalls sehr große Unterschiede. Hochwertige Sohlenleder sind in einem aufwendigen Verfahren so gegerbt, daß sie relativ resistent gegen Abnutzung sind. Wenn Sie in einer Nacht die Sohlen eines Straßenschuhes durchtanzen können, haben Sie die Gewißheit, daß Sie viel Geld für minderwertiges Material bezahlt haben, es sei denn, Sie haben auf Schmirgelpapier getanzt. Billiges Sohlenleder werden Sie auch daran erkennen, daß es kaum einen Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit bietet. Dann können Sie es sich aussuchen, ob Sie diese Schuhe entweder nur noch bei Sonnenschein tragen, oder für viel Geld beim Schuster eine Gummisohle aufdoppeln lassen. Und weil durch die dickere Sohle die Absatzhöhe nicht mehr stimmt, muß Ihnen Ihr Schuster für einen stattlichen Preis auch die Absätze entsprechend anpassen, sonst ist es mit dem Tragekomfort dieser Schuhe nicht mehr weit her.AbsatzfleckenBei den Absatzflecken werden Sie die Qualität eines Schuhes ebenfalls bald feststellen. Bei billigen Schuhen (in der Herstellung, nicht unbedingt im Preis, den Sie dafür bezahlt haben) wird selbst daran gespart: sie nutzen sich extrem schnell ab oder sind so minderwertig in den Absatz eingepaßt, daß sie schlicht ausfallen. Bis Sie den Verlust des Absatzflecks bemerken, haben Sie den Lederbezug des Absatzes ruiniert... Probieren Sie daher vor dem Kauf eines Schuhes aus, ob der Absatzfleck sauber und fest aufgesetzt ist und sich nicht verdrehen oder gar abziehen läßt. Bei schiefen oder lockeren Absatzflecken stellen Sie den Schuh am besten wieder ins Regal und verabschieden sich von der Verkäuferin mit ein paar netten Worten.Synthetisches MaterialAuch die Materialart (z.B. PU, PVC) bei Schuhen aus synthetischen Materialien muß nicht deklariert werden. Nun ist es nicht zwangsläufig so, daß synthetische Obermaterialien schlecht sein müssen. Bei bestimmten Einsatzgebieten (z.B. Bergschuhe oder Skistiefel) sind synthetische High-Tech-Materialien Leder eindeutig überlegen. Doch solche High-Tech-Materialien werden Sie bei Straßenschuhen selten finden. Wir wollen nicht viel zum Tragekomfort solcher Billigst-Schuhe aus Synthetik sagen. Wer diese Schuhe "gut" findet, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.GebrauchstaublichkeitWeiter läßt diese Kennzeichnungsrichtlinie keinerlei Aussagen zur Gebrauchstauglichkeit der Schuhe zu. Kein Hersteller ist dazu verpflichtet, z.B. bei Schuhen mit hohen Absätzen darauf hinzuweisen, daß das andauernde Tragen solcher Schuhe auf kurze oder lange Sicht möglicherweise gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann. Ebenso wenig muß er darauf hinweisen, daß das Tragen solcher Schuhe eine gewisse Übung erfordert und grundsätzlich eine gegenüber flachen Schuhen erhöhte Unfall- und Verletzungsgefahr besteht.Kein Hersteller von Schuhen muß Aussagen darüber treffen, ob die Schuhe ausreichend atmungsaktive Eigenschaften haben. Und wenig atmungsaktive Materialien begünstigen nun einmal Schweißfüße. Styleshoes - wir bieten hohe QualitätWir wollen, daß Sie besser informiert sind, als es der gesetzliche Mindeststandard verlangt.Wir machen das gerne, weil wir ein Faible für Schuhe haben und Ihnen deshalb ausschließlich qualitativ hochwertige Schuhe anbieten. Schließlich verstehen wir uns nicht als einfacher Internet-Shop, sondern als Ihr Internet-Schuhfachgeschäft, in dem Sie ganz selbstverständlich eine ebenso gute Beratung wie im exklusiven, niedergelassenen Fachhandel erwarten dürfen! |
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